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Flyer (pdf)
Praktika
Special

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Absolute Tradition ist nämlich dann auf einen Guachinche (gesprochen Guatschintsche) zu fahren dort den neuen wein zu trinken und noch warme Maronen zu essen. Für den verwöhnten Mitteleuropäer sind diese Klitschen allerdings gewöhnungsbedürftig. Im Allgemeinen sagt man, es sind Garagen. Und das sind sie tatsächlich. Kleine, süße, kahle, schmutzige Hinterhofgaragen, die keine Sau finden würde, wenn man nicht genau wüsste, dass da eine sein muss. In unserem Fall…war es eine aus Brettern und Wellblech zusammengezimmerte Bruchbude, die ich farblich gar nicht definieren könnte (war ja auch dunkel). Der Innenraum dekoriert mit… gar nichts außer Spinnweben und bestuhlt mit selbstgebastelten Holzbänkchen, und den Stühlen, die man noch aus der DDR-Grundschule kennt. Die Tische selbstverständlich noch mit dem Gesiff der Vorgänger getränkt und der Wirt bedient im Trainingsanzug oder wahlweise mit Shorts, und viel zu engem Hemd, weshalb Bierbauch und leicht ergrautes Brusthaar hervorquillt. Und jetzt kommts: das Ding war brechend voll mit gut angezogenen Menschen und niemanden machte die Umgebung etwas aus. Alle waren am lachen und Spaß haben und schienen sich auch untereinander zu kennen. Also Grüße auch ich ganz freundlich… Nachdem wir einen Tisch ergattert hatten, bekamen wir auch gleich ein paar heiße Maronen und jungen Wein (in einer ausgedienten Schnapsflasche). Später bestellen wir Kochbananen, Süßkartoffel, Salzfisch, Mojo, Papas arrugadas und noch eine Flasche Wein. Gott, haben wir gesoffen und gefressen. Das ist dann auch schon das Beste an den Guachinchen: Super tolles geiles typisch kanarisches Essen und Trinken zu einem Spottpreis, weil typisch kanarisch eben. Deshalb gehen da alle hin: keine Touris, keine überhöhten Preise und Ursprünglichkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl zum Nulltarif. Mann, war das ein schöner Abend. Andere Orte andere Sitten. Das gilt auch für die kleine Insel Teneriffa, denn andererorts wird das fest ganz anders begangen. Da fährt mann z.B. mit schnöden Holzbrettern eine, extra für diesen Zweck gesperrte, sich dem vertikalen nähernde Straße hinunter. Das ist hier echt der Renner (also im wahrsten Sinne des Wortes) und so strömt alle Welt nach Icod de los Vinos (für interessierte Leser: der Ort wo der größte Drachenbaum der Welt steht. Ich persönlich ströme dann heute wohl eher wieder auf Arbeit … so´n Scheiß Gestern ist in vielen Orten Teneriffas, u. a. auch in Puerto de la Cruz, das traditionelle Weinfest „Fiesta de San Andrés“ angelaufen. Da durften wir natürlich nicht fehlen! Nachdem Jonas, Eva, Moritz (der es nach einer unnötigen Fahrt nach Santa Cruz aufgrund von Missverständnissen hinsichtlich der Abendprogrammplanung unter Männern, dann irgendwann doch noch nach Puerto geschafft hat), ich, Falk und seine mir sofort sympathische argentinische Begleiterin Marta uns im italienischen Restaurant „Rustico“ gestärkt hatten, ging es sofort an den Fischerhafen auf ein Gläschen (oder auch zwei ) von unserem geliebten 1-€-Wein. Vom Wein angeheitert hat es uns dann in eine unserer Stammkneipen, das „Queen Bee“, zum Billardspielen gezogen. Leider mussten Falk und Marta mit dem letzten Bus wieder zurück nach La Laguna und somit waren es dann nur noch vier. Da keine Spur von Müdigkeit zu erkennen war, wagten wir noch einen kurzen Blick ins Azucar, sind dann aber letztendlich in der geilsten Disco Puertos „La Gruta“ hängen geblieben. Mit dem Gedanken daran, am nächsten Tag einen 8-Stunden Arbeitstag bewältigen zu müssen, zog es uns dann gegen 1 Uhr in unsere Betten. |