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Praktika
Special

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Denise, eine Sprachschülerin von uns, hat freundlicherweise ihren Tagebuchtext der ersten Woche bei uns hinterlassen, den wir an dieser Stelle natürlich gern veröffentlichen.
Sonntagabend – Ankunft auf Teneriffa Am Busbahnhof, der estación de guaguas, wartet Rosemary auf mich. Sie ist die Schulleiterin der FU International Academy, und bringt mich zu meinem Quartier. Ich wohne in der Sprachschul-WG in der Calle la Hoya. Nicht schlecht, das Teil, ein kanarisches Haus mit großen Holzbalkonen mitten in der Stadt. Innen gibt es zwei Einzelzimmer und ein großes Doppelzimmer mit eigenem Bad, Küche und „Salon“, wie man hier zum Wohnzimmer sagt. Alles schick eingerichtet, mit gemütlichem Sofa, großen Sesseln und spanischem TV. Am großen Esstisch finden vier Personen Platz. Vom Holzbalkon aus hat man einen tollen Blick auf die Fußgängerzone direkt unter uns. In der WG treffen wir Nadja und Till aus Deutschland. Die beiden sind schon eine Weile in Puerto, Nadja macht einen Sprachkurs, und Till ein dreimonatiges Praktikum. Sie haben gekocht, und fragen, ob ich was mitessen will. Klar, Appetit habe ich eigentlich immer. Die beiden sind echt nett. Wir reden über die Insel, und das Nachtleben von Puerto. Ich will natürlich wissen, was man hier alles so anstellen kann. Vielleicht sogar surfen? Immerhin sind wir ja direkt am Meer. Als „Neue“ muss ich natürlich von mir erzählen, was ich so mache, wie es mich nach Teneriffa verschlagen hat und so weiter. Wir trinken noch ein „Feierabendbier“. Kurz darauf falle ich in mein Bett und schlafe sofort ein.
Montag – mein erster Unterricht Ich hab Intensiv 30 gebucht, für Anfänger mit Vorkenntnissen. Mal sehen, was mein Schulspanisch noch taugt. Ist schon ein Weilchen her, dass ich es gelernt hab. Como estas und so. Bei der Begrüßung im Kurs komme ich damit noch ganz gut durch. Puh, aber das Tempo im Unterricht ist flott, mein lieber Scholli! Judith, unsere Lehrerin erzählt von sich, wo sie herkommt, wie sie auf Teneriffa lebt. Judiths Eltern kommen aus La Palma, sie haben noch immer ein Haus dort, und in den Ferien fährt sie oft dorthin. Judith spricht kein Wort deutsch, also wird nicht sauf Deutsch erklärt. Ich muss mächtig die Ohren aufsperren. Ist doch gut, denke ich nach dem ersten Schock, dann müssen wir eben richtig aufpassen, um die neuen Vokabeln zu verstehen und die Grammatik… In der Pause um elf treffen sich alle Klassen zum Willkommen-Frühstück auf der Terrasse. Super! Die Terrasse ist groß, nein, besser: riesig! Tische und Stühle sind genügend da, und Sonnenschirme – in der Mittagssonne kann es hier schon mal richtig heiß werden. Ein Brunch-Büffet ist aufgebaut: Oliven, kanarischer Ziegenkäse, Kaffee, Kuchen und Saft. Lecker! Alle Sprachschüler sind jetzt draußen, Leute aus ganz Europa – Deutsche, Norweger, Russen, Franzosen. Als hätte jemand den Stöpsel gezogen, reden wir munter drauflos, machen auch schon Partypläne – aber auf spanisch, por favor! Da wird aufgepasst. Sobald jemand ins Deutsche rutscht, sagt eine der Lehrerinnen sofort „habla español“. Mal sehen, wie lange ich das schaffe. Nachmittags treffen wir uns am Strand. Playa Jardin, der „Gartenstrand“, wurde von dem berühmten kanarischen Architekten Cesar Manrique angelegt. Mit Palmen, Sonnenliegen und Terrassencafé. Am hinteren Ende des langen Strandes gibt es zwar weniger Liegeplätze, dafür aber einen Volleyballplatz. Wir verabreden uns für den nächsten Tag zum Turnier.
Dienstag – Volleyball Der Tag ist noch jung: Mit ein paar Leuten aus der Nachbar-WG haben wir (Till, Nadja und ich) uns zum Volleyball verabredet. Am letzten Strand von Puerto, kurz vor Punta Brava scheint die Sonne, das Meer braust vor sich hin, und wir hauen die Bälle übers Netz wie junge Götter. Vier gemischte Mannschaften kommen zusammen, und wir spielen zweimal zwei im Wechsel. Unser Team wird zweiter. Nachdem die Sieger kräftig gekürt und die Limoflaschen geleert sind, springen wir in die Wellen.
Mittwoch – Kino Später wollen die anderen ins Kino, ich geh aber erst einmal nach Hause. Till will mich mit dem besten „Döner der Insel“ locken, den soll es beim Imbiss am Kino Chimisay geben. No gracias, muchacho – heute abend bin ich Sofakartoffel und gucke mir im TV „Grey’s Anatomy“ an. Die Ärzteserie, spanisch synchronisiert. Ich versuche zu verstehen. Das sind meine Hausaufgaben - kein Witz!
Donnerstag – Salsa Donnerstag ist Salsa-Tag. Für Sprachschüler der FU International Academy ist der Kurs kostenlos. Für Tanzmuffel wie mich ein Muss. Weil Nadja und Till sagen, wenn ich nicht wenigstens einmal hingehe, bin ich ein elender Feigling. Das lass ich natürlich nicht auf mir sitzen. Um 19 Uhr treffen wir im Hotel Orotava Palace ein. Tatsächlich sind Sprachschüler da und auch ein paar Einheimische kommen, zusammen sind wir fünfzehn Leute, und los geht’s. Wir stellen uns an den Seiten auf und der Lehrer macht die ersten Schritte. Das geht echt schnell! Kaum hab ich es gesehen, muss ich auch schon nachtanzen – ab durch die Mitte! Für mich blutigen Anfänger ist das nicht mehr als ein Herumstolpern. Acht Personen tanzen in der Mitte des Raumes, weil nur vier Jungs da sind. Wer gerade nicht tanzt, übt die neuen Schritte am Rand. Damit habe ich allemal genug zu tun. Wir müssen wohl so gut, oder so bekloppt aussehen, dass fremde Leute von der Straße herein kommen, man kann uns durch die große Scheibe von draußen sehen. Ist mir jetzt auch egal, ich bin so mit den neuen Tanzschritten beschäftigt. Der Lehrer ist so verdammt schnell, er kann das natürlich perfekt, so mit vollem Körpereinsatz, Hüftschwung inklusive. Ein richtiger Tänzer eben, kein Amateur.
Freitag – Surf Beach
Abends treffen sich Schüler, Praktikanten und Freunde der Sprachschule im Elements. Da gestern allein fünfzehn Leute beim Salsakurs waren, erwarte ich heute eine noch größere Truppe, weshalb wir uns früh die besten Plätze in der kleinen Cocktailbar sichern sollten. Spätestens ab 22.00 Uhr!
Samstagnacht + Sonntag – Strandparty Bollullo Um der Verdauung auf den Sprung zu helfen, gießen wir ordentlich Tequila nach. Begleitet von den Möwen und dem dezenten Rauschen des Meeres komponieren wir einen Song auf der Gitarre und den selbst gebastelten Trommeln. Der Refrain “Mofetas, Mofetas - peligrosos, peligrosos” geht sofort ins Blut geht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er auch in den Deutschen Radiostationen hoch und runter gespielt wird. Irgendwann fallen wir ins Schlafkoma. Am nächsten Morgen verfüttern wir die vom Grillabend übrig gebliebenen Fleischberge an die Strandkatze; den Rest braten wir in der Pfanne zum Sonntagsfrühstück. Derart gestärkt schmettern wir anschließend die Volleybälle über den Strand. Nur vom bloßen Anblick unserer sportgestählten Körper wird den meisten Badegästen schon schwindelig. Zur Abkühlung dann ein Sprung – oder eher ein Hopser – ins Meer. Auge in Auge mit der Welle.
Die Masca-Schlucht
Fazit: |